Zurück zu Newslettern

    3-3-3: Der Content-Baukasten

    Wie bringt man ,Öllicht viel wichtige Info lesbar in guten Content? Bei der Beantwortung dieser Frage hilft ein Blick in den Kleiderschrank.

    Von Christian Jakubetz

    Zum Beginn der heutigen Content-Hacks ein kleiner Ausflug in die Welt der Mode. Dort gibt es die schöne Regel: 3+3.  Dort gibt es einen Trend, der unter dem Namen „Capsule Wardrobe“ bekannt wurde. Die goldene Regel lautet oft: 3-3-3.

    Drei Oberteile, drei Hosen, drei Paar Schuhe. Das ist alles. Wer diese Teile klug kombiniert, ist wochenlang perfekt angezogen, ohne jemals vor einem überquellenden Schrank zu verzweifeln.

    Was das mit gutem Content zu tun hat? Alles.

    Denn die meisten Texte scheitern heute nicht an einem Mangel an Informationen, sondern an einem Überangebot. Wir leiden nicht unter Wissenslücken, sondern unter kognitiver Überlastung.

     Das Problem: Die „Wissens-Falle“

    Viele Autoren tappen in die Falle: Weil sie Experten auf ihrem Gebiet sind, wollen sie alles teilen. Jede Nuance, jede Fußnote, jeden Geistesblitz. Das Ergebnis? Ein Text-Dschungel, in dem der Leser die Orientierung verliert.

    Der Leser will nicht bewundern, wie viel du weißt. Der Leser will verstehen, was ihm nützt.

    Die Lösung: Der Content-Baukasten (3-3-3)

    Um Klarheit zu schaffen, übertragen wir die Mode-Regel auf das Schreiben. Ein wirklich guter Text braucht genau diese Struktur:

    • 3 Kerngedanken: Konzentriere dich auf maximal drei Thesen oder Botschaften. Das menschliche Gehirn liebt die Drei – sie ist die kleinste Zahl, um ein Muster zu bilden, aber klein genug, um im Gedächtnis zu bleiben.
    • 3 Belege: Warum stimmt das, was du sagst? Liefere drei handfeste Argumente, Daten oder logische Herleitungen. Das gibt deinem Text das nötige Fundament, ohne ihn akademisch aufzublähen.
    • 3 Beispiele: Hier wird es lebendig. Drei konkrete Anwendungsfälle oder Geschichten machen das Abstrakte greifbar.

    Warum das funktioniert 

    Warum ist diese Reduktion so mächtig?

    • Entscheidungsdruck: Die Regel zwingt dich als Autor zur Entscheidung. Wenn du nur drei Plätze frei hast, wählst du nur die stärksten Argumente. Der „Ballast“ fliegt raus.
    • Fokus beim Leser: Du nimmst den Leser an die Hand. Er muss nicht filtern, was wichtig ist – das hast du bereits für ihn erledigt.
    • Prägnanz: Ein Text, der auf den Punkt kommt, wirkt kompetenter. Wer viel schwafelt, wirkt unsicher. Wer reduziert, signalisiert: „Ich beherrsche mein Thema so gut, dass ich es simpel erklären kann.“

    Der Content-Check

    Wer sich beim Schreiben fragt: „Was lasse ich weg?“, schreibt fast automatisch besser.

    Wenn du das nächste Mal vor einem Textentwurf sitzt, gehe die 3-3-3-Checkliste durch:

    • Habe ich mehr als 3 Hauptpunkte? (Wenn ja: Streichen!)
    • Ufert meine Argumentation aus? (Reduziere auf die 3 stärksten Belege.)
    • Ist es zu theoretisch? (Füge genau 3 anschauliche Beispiele hinzu.)

    Fazit: Guter Content ist wie ein guter Kleiderschrank: Er ist nicht vollgestopft, sondern kuratiert.

    PS: Gemerkt? Die Bulletpoints und die Aufzählungen in diesen Content Hacks sind jeweils exakt: 3!