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    Vorsicht, Falle: Browser von ChatGPT ⚠️

    OpenAI und andere bauen ihre Macht aus: Mit Browsern wollen sie die Schnittstellen Web besetzen.

    Von Christian Jakubetz

    Wenn Sie diesen Newsletter regelmäßig und dann auch noch genau lesen, dann erinnern Sie sich vielleicht: Vergangene Woche habe ich etwas über die „German Angst“ vor neuen Technologien, insbesondere beim Thema KI, geschrieben.

    Und jetzt – nein, keine Kehrtwende, aber ein dezenter Hinweis, warum Sie manches nicht übertreiben sollten. In Ihrem eigenen und irgendwie auch in unser aller Interesse (so viel Pathos darf ja auch mal sein). Und außerdem: Zwischen Komplettverweigerung und blindem Tech-Enthusiasmus passt ja auch noch ein wenig dazwischen.

    Die Sache ist nämlich die: Die großen KI-Player, allen voran natürlich OpenAI, wollen so eine Art KI-Weltherrschaft etablieren. Das Problem kennen wir, seit Google das Netz quasi gekapert hat.

    Einerseits ist das schon hübsch, wenn einem vermeintlich kostenlos wunderbare Produkte und unendlich viele Informationen zur Verfügung gestellt werden. Auf der anderen Seite wissen wir aber auch, welche Abhängigkeiten durch die Beinahe-Monopolisierung entstanden sind. Und gerade wir Medienmenschen können einen ganzen Kanon von Liedern davon singen.

    Und was hat ChatGPT damit zu tun?

    Die Frage kann man sich natürlich stellen. Hier anmelden!

    OpenAI macht das, was alle großen Player machen. Erst mal ist alles umsonst. Der Markt wird belegt. Der Rohstoff (Daten) wird gesammelt. Und irgendwann überlegt der Durchschnitts-User nicht mehr, ob es eine Alternative gibt. Stattdessen wird ChatGPT das neue Googeln. Das Synonym, der Produktname als Name für eine ganze Kategorie. Taschentuch ist Tempo, KI ist ChatGPT.

    Heißt aber auch: Jedes Mal, wenn Sie OpenAI-Produkte nutzen, liefern Sie dem Giganten neue Datenmengen. Mit jeder App, die jemand im App Store installiert, wächst die Gefahr des Monopols. Beim angekündigten Browser (Perplexity hat übrigens schon einen) handelt es sich um einen strategisch extrem wichtigen Schritt. Denn natürlich macht OpenAI das nicht aus lauter Kundenfreundlichkeit.  

    Der Kampf um die Schnittstelle

    Vielmehr handelt es sich dabei um den Kampf um die Schnittstelle: Der Browser ist der zentrale Zugangspunkt zum Internet. Indem OpenAI diesen kontrolliert, positioniert es sich als direkter Konkurrent zu Google (Chrome, Suche) und Apple (Safari) und sichert sich die Kontrolle über die Benutzerinteraktion und den Datenfluss.

    Für User hat das eine ganze Menge Konsequenzen:

    Erhöhtes Überwachungsprofil: OpenAI erhält eine zentrale und detaillierte Sicht auf Ihr gesamtes Online-Verhalten – von Chats bis hin zu besuchten Webseiten. Dies ermöglicht die Erstellung eines sehr umfassenden digitalen Profils.

    Datenschutzbedenken: Trotz der Deaktivierung des Modelltrainings bleiben die Daten für eine gewisse Zeit (z. B. 30 Tage zur Missbrauchsprüfung) bei OpenAI gespeichert.

    Abhängigkeit: Die starke Integration von KI-Funktionen im Browser kann eine stärkere Abhängigkeit vom OpenAI-Ökosystem schaffen, was den Wechsel zu anderen Anbietern erschwert.

    Verlust an Medienvielfalt: Wenn die KI beginnt, Inhalte für Sie direkt zusammenzufassen oder Aufgaben autonom zu erledigen (z. B. Vergleichsportale besucht), entfällt der direkte Besuch von Medien- oder kommerziellen Webseiten. Dies ist eine ernste Bedrohung für die Medienvielfalt und die Geschäftsmodelle von Verlagen und Content-Erstellern.

    Und Sie wollen ernsthaft einen Browser von OpenAI oder Perplexity nutzen? Ich habe ernsthaft ein paar Jubelarien gelesen, wie bequem es sei, die KI jetzt auch noch das Browsen zu überlassen.

    Kann schon sein. Aber man zahlt dafür einen enorm hohen Preis.