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    Besser schreiben mit KI

    Wer macht seinen Content noch ohne KI? ChatGPT etc. zum Schreiben und Verbessern von Texten zu verwenden ist inzwischen zum Standard geworden. Nicht immer mit befriedigenden Ergebnissen.

    Von Christian Jakubetz

    Prompten - die Basis

    Schreibe einen Text über die Grundlagen des Fliegenfischens!

    Das kann man natürlich schon machen. Was man dann bekommt, ist viel heiße Luft und allgemeines Blabla. Wie soll das auch anders sein? Gehen Sie zu Ihrer lieben Kollegenschaft und geben Sie ihr genau diesen Auftrag, würden Sie wahlweise auch einen Wischiwaschi-Text bekommen. Oder ein paar Fragen, von denen die erste höchstwahrscheinlich lauten würde:

    Was möchtest du denn genau haben?

    Und genau so tickt KI auch. Je präziser ihr Arbeitsauftrag ist, umso mehr steigt die Chance, dass etwas Brauchbares rauskommt. Und noch etwas sollte man sich immer und immer wieder klar machen, bevor es ans Prompten geht:

    KI ist kein Lexikon. Sondern eher ein extrem belesener Papagei mit Logik-Modul. Wissen in dem Sinn hat eine KI nicht. Sie berechnet Wahrscheinlichkeiten basierend auf Milliarden von Textseiten, mit der sie trainiert wurde.

    Der Hack: Wenn du vage fragst, bekommst du den „Durchschnitt“ des Internets. Wenn du spezifisch fragst, zwingst du die KI in eine ganz bestimmte Ecke ihres Wissensschatzes.

    Noch einmal also zum Mitschreiben: KI simuliert auf Basis rasanter

    Wahrscheinlichkeitsrechnungen, wie Wissen aussehen könnte (mit Betonung auf könnte, wir alle haben auch schon erlebt, dass KI wie ein betrunkener Seemann antwortet).

    Die „Dreifaltigkeit“ des Promptens

    Damit eine KI nicht nur „nett“, sondern wirklich „brillant“ schreibt, benötigt sie von ihren Nutzern drei entscheidende Zutaten. Ohne diese liefert sie oft nur den Durchschnitt des Internets. Hier ist der Fahrplan für bessere Ergebnisse:

    A. Die Persona (Die Rolle): Man muss der KI sagen, wer sie sein soll. Erhält sie nur den Befehl „Schreib einen Text“, agiert sie als neutraler Standard-Bot. Weist man ihr jedoch eine Rolle zu – zum Beispiel: „Du bist ein erfahrener Copywriter mit einem Faible für Storytelling und einer Prise Ironie“ – passt das Modell sofort seinen gesamten Wortschatz und Schreibstil an

    B. Der Kontext (Das Futter): Die KI kennt das spezifische Business des Nutzers nicht. Sie benötigt Hintergrundinformationen:

    Zielgruppe: Schreibt sie für skeptische Ingenieure oder begeisterte Yoga-Fans?

    Ziel: Soll der Text verkaufen, informieren oder schlicht unterhalten?

    Problemlösung: Welches konkrete Problem wird für den Leser gelöst?

    C. Die Constraints (Die Leitplanken): KIs brauchen dringend Grenzen! Ohne klare Vorgaben neigen Sprachmodelle zum „Schwafeln“. Effektive Leitplanken sind:

    Stil-Vorgaben: „Keine Passivsätze“, „kurze, knackige Sätze“, „keine Buzzwords“.

    Format: „Nutze Bullet Points“, „maximal 200 Wörter“, „ende mit einer provokanten Frage“.

    3. Der Reality-Check: Praktikant vs. Chefredakteur

    Man darf nicht vergessen: Eine KI ist eine Meisterin der Halluzination. Wenn ihr Informationen fehlen, erfindet sie manchmal Fakten, die verdammt plausibel klingen.

    Die goldene Regel: Die KI ist der fleißige Praktikant, der Nutzer ist der erfahrene Chefredakteur. Das Tool liefert den Entwurf, aber der Mensch übernimmt den Faktencheck und den finalen Schliff.

    Profi-Tipps, damit der Content nicht „fake“ wirkt

    Selbst mit gutem Input neigen Sprachmodelle zu gewissen Mustern, die sie sofort als künstlich enttarnen. Mit diesen drei Kniffen lässt sich das Ergebnis menschlicher gestalten:

    Die „Unwörter-Liste“: Man sollte der KI explizit sagen, welche Begriffe sie niemals benutzen darf. Nichts enttarnt einen Bot schneller als typische Füllwörter wie „Herausforderung“, „ganzheitlich“, „spannend“ oder „bahnbrechend“. Eine individuelle Blacklist zwingt das Modell, kreativere Formulierungen zu finden.

    Bewusste Brüche einbauen: Echte Menschen schreiben selten perfekt linear. Damit der Text nicht zu glattgebügelt wirkt, gibt man dem Tool die Anweisung: „Baue ab und zu einen sehr kurzen Satz ein. Nur zwei Wörter. So wie hier.“ Das bricht den Rhythmus und wirkt lebendiger.

    Die „Keine-Fazit-Regel“: KIs haben eine fast schon zwanghafte Vorliebe dafür, Texte am Ende mit Floskeln wie „Zusammenfassend lässt sich sagen...“ oder „Abschließend ist festzuhalten...“ abzurunden. In einem modernen Newsletter macht das kaum ein menschlicher Autor.

    Die Lösung: Man verbietet der KI die Zusammenfassung und fordert stattdessen einen starken Call-to-Action oder eine offene Frage an die Leser.

    Man könnte also auch sagen;

    Gutes Prompten ist die Liebe zum Detail. Klare Anweisungen, bessere Ergebnisse. Weil am Ende der Mensch entscheidet, wie gut die KI (und der am Ende entstehende Text) ist.